Dem Zeckenrisiko entgegen

Wenn es wärmer wird, ist jeder, der sich gerne im Freien aufhält oder dort arbeitet, durch Zecken gefährdet. Wie man die Plagegeister fernhalten kann.

 

(kunid) Zecken kommen bereits ab einer Lufttemperatur von sieben Grad Celsius aus der Erde. Doch es gibt einige Maßnahmen, um sich gegen die krankheitsübertragenden Tiere zu wehren.

Lieblingsplätze der Zecken sind vor allem Feuchtbiotope, Gebüsche, lichtes Unterholz, Waldränder und hohes Gras. Wenn sie die Gelegenheit bekommen, krabbeln die Plagegeister auf vorbeikommende Tiere und Menschen, um sie zu beißen.

Zeckenstiche können zahlreiche Infektionen nach sich ziehen. In Österreich kommen insbesondere die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und Borreliose vor.

Gefährliche Viruserkrankung

FSME ist eine Viruserkrankung, die sich nach rund sieben bis 14 Tagen durch grippale Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Magenbeschwerden oder Durchfall zeigt. Nach einem kurzen beschwerdefreien Zeitraum ist auch eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung möglich, die bis hin zum Koma führen kann.

FSME-Fälle traten bereits in allen Bundesländern Österreichs sowie in diversen anderen europäischen Ländern auf. Als Schutzmaßnahmen vor FSME raten Experten, sich dagegen impfen zu lassen.

Keine Impfung gegen Borreliose möglich

Keine Impfung gibt es derzeit gegen Borreliose, eine durch Bakterien verursachte Krankheit. Sie gilt als die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung und ist weltweit verbreitet. Die Zeit vom Zeckenbiss bis zum Ausbruch der Krankheit wie auch die Symptome sind sehr unterschiedlich. Bei einer Borrelioseerkrankung treten meist nach zwei bis vier Wochen, manchmal aber schon nach wenigen Tagen, grippale Anzeichen und sich ringförmig ausbreitende rötliche Hautveränderungen um die Bissstelle auf.

Nach drei bis sechs Monaten kann es zu rötlich-blauen Hautknötchen sowie zu Nerven- oder auch Herzentzündungen kommen. Ein halbes Jahr später klagen viele Betroffene über Gelenkentzündungen, meist an Knien oder Füßen. Ebenfalls möglich sind Veränderungen am Nervensystem. Viele Krankheitsanzeichen können jedoch sogar erst Jahre später auftreten. Experten raten nach dem Erkennen der Krankheit zu einer möglichst frühzeitigen Antibiotikatherapie.

Die richtige Kleidung

Um sich vor einen Zeckenstich zu schützen, rät der BGHW, beim Aufenthalt im Freien geschlossene Kleidung, also festes Schuhwerk und lange Hosen beziehungsweise lange Ärmel zu tragen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten die Kleidung und der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden.

Zecken bevorzugen insbesondere Achselhöhlen, Leistengegend, Kniegelenke und den Haaransatz. Als Spray oder Lotion erhältliche insektenabweisende Mittel können einen – allerdings nur zeitlich begrenzten – Schutz bieten.

Nach einem Zeckenbiss

Wer an sich eine Zecke entdeckt, sollte das Tier umgehend mit einer Pinzette entfernen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zecke nicht gequetscht oder gedreht wird. Das mindert das Risiko, dass Borrelien, die sich im Magen-Darm-Trakt eines infizierten Tiers befinden können, in die Bisswunde eindringen. Auf oftmals empfohlene Hausmittel wie ein Tropfen Öl oder Klebstoff ist aus dem gleichen Grund zu verzichten.

Konnte die Zecke nicht komplett mit ihrem Kopf entfernt werden, treten Hautveränderungen um die Bissstelle auf, oder sind erste Krankheitssymptome erkennbar, ist der Gang zum Arzt notwendig. Grundsätzlich ist in Gebieten mit erhöhten FSME-Aufkommen ein Arztbesuch anzuraten, wenn man von einer Zecke gebissen wurde.