Wie sich Gasunfälle vermeiden lassen

Fast jeder dritte Haushalt heizt in Österreich mit Gas. Eine eigentlich sichere Heizmethode, wenn der Nutzer einige Regeln beachtet.

(kunid) Durch defekte Heizungsanlagen beziehungsweise Gasthermen kommt es immer wieder zu verheerenden Unfällen. Zur Sicherheit sollte man die Anlagen daher regelmäßig warten.

Nach Angaben der Wirtschaftskammer Wien (WKO) gehen Experten davon aus, dass am Ende der Heizperiode eine durchschnittliche Heizungsanlage mindestens 1.400 Stunden in Betrieb war. Im Vergleich zu einem Pkw entspräche dies bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 km/h einer Kilometerleistung von rund 70.000 Kilometern.

Regelmäßige Wartung ist das A und O

Während die meisten ihr Auto während einer solchen Kilometerleistung mehrmals zur Wartung in die Werkstatt geben, verzichten immer noch viele bei Gasgeräten und Gasanlagen darauf, diese regelmäßig von einem Fachmann prüfen und warten zu lassen.

Oft wird der Heizungsexperte erst zurate gezogen, wenn die Heizung nicht mehr funktioniert. Allerdings kann es dann bereits zu spät sein. Denn schlecht gewartete Gasgeräte können durch Ruß, verschmutzte Innenkörper und Brenner und/oder eine verstellte oder defekte Gasarmatur eine schlechte Verbrennung verursachen.

Dies führt wiederum zu mehr Rußbildung. Bei stark verschmutzten Geräten besteht das Risiko, dass das Kohlenmonoxid statt in den Rauchfang in den Raum geleitet wird und es zu lebensgefährlichen Vergiftungen bei den Bewohnern kommt. Nicht zuletzt erhöht sich durch eine schlechte Verbrennung außerdem der Gasverbrauch, was die Heizkosten in die Höhe treibt.

Damit nicht die Luft fehlt

Zudem sind bestimmte Überprüfungstermine wie zum Beispiel Hauptkehrungen gesetzlich vorgeschrieben und müssen eingehalten werden. Nach Angaben der WKO sind die häufigsten Gründe, die zu einem Unfall mit Gasgeräten führen, nicht nur die mangelnde beziehungsweise fehlende Wartung oder Manipulation an den Geräten durch Nicht-Fachleute.

Auch eine zu geringe Luftzuführung durch Ventilatoren, eine zu dichte Gebäudehülle sowie falsch dimensionierte Ventilatoren oder Dunstabzugshauben können gefährlich sein.

Denn dadurch kann ein Unterdruck im Raum oder Gebäude entstehen, der einen Luftmangel sowie einen Abgasaustritt und eine Kohlenmonoxid-Bildung verursachen könnte. Wer beispielsweise nach einer Sanierung der Gebäudehülle oder sonstigen Änderungen an der Heizung oder am Gebäude sicher sein möchte, dass eine ausreichende Luftzuführung besteht, sollte vom Rauchfangkehrer eine Messung durchführen lassen.

Versicherungsschutz nicht gefährden

Experten empfehlen, zumindest einmal jährlich Gasthermen und Heizungsanlagen vom Fachmann überprüfen zu lassen. Auch Vorgaben des Heizungsherstellers für die Erhaltung der Gewährleistung und Garantie sowie gesetzliche Festlegungen wie in Oberösterreich oder Wien, wo bestimmte Überprüfungsintervalle vorgeschrieben sind, gilt es zu beachten.

Verantwortlich für die beispielsweise jährlich vorgeschriebene Kontrolle ist der jeweilige Benutzer. Wer gesetzliche Bestimmungen nicht befolgt, schadet unter Umständen nicht nur sich selbst, sondern gefährdet auch den Versicherungsschutz.

Denn werden vorgeschriebene Wartungsarbeiten bewusst unterlassen, muss man bei einem Unfall damit rechnen, dass die Haushaltsversicherung für den dadurch entstandenen Schaden eventuell wegen grober Fahrlässigkeit nicht aufkommen muss.